Festivals in Österreich: zwischen Festspielhaus und Festwiese
Das österreichische Veranstaltungsjahr folgt einem recht stabilen Rhythmus. Wer ihn einmal kennt, findet leichter, was zum eigenen Geschmack passt, und muss nicht jedes Jahr von vorne suchen.
Die vier Jahreszeiten und ihre Termine
Im November ist es am ruhigsten. Wer Ruhe sucht und trotzdem Kulturprogramm möchte, findet in diesem Monat die besten Bedingungen.
Feiertage strukturieren den Kalender zusätzlich. Rund um Christi Himmelfahrt, Fronleichnam und den Nationalfeiertag am 26. Oktober häufen sich Veranstaltungen, weil lange Wochenenden entstehen.
Die Hochsaison für Open-Air-Veranstaltungen
Das Frequency Festival in St. Pölten zählt zu den größten Popveranstaltungen des Landes und findet traditionell im August im Green Park an der Traisen statt.
Dazu kommen dutzende kleinere Open Airs, die oft nur regional beworben werden. Sie sind günstiger, weniger überlaufen und für viele die bessere Wahl.
| Großfestival | meist dreistellig | hoch, Monate im Voraus |
| Festspiele | stark gestaffelt | hoch, Karten früh vergriffen |
| Stadtfest | frei | gering |
| Adventmarkt | frei | gering |
Die wichtigsten Sporttermine
Beim Wandern und Laufen gibt es über den Sommer verteilt dutzende Volksläufe und Bergläufe, für die man sich kurzfristig anmelden kann.
Fußball läuft von Ende Juli bis Mai, mit einer Winterpause. Die Spieltermine stehen meist erst kurzfristig fest, weil sie von Fernsehübertragungen abhängen.
Regionale Unterschiede im Programm
Wien deckt das ganze Jahr ab und hat die größte Dichte an Kulturveranstaltungen. Dafür ist dort fast alles teurer als in den Bundesländern.
Oberösterreich verbindet Industriekultur mit Musik, das Ars Electronica Festival in Linz ist dafür das bekannteste Beispiel und findet im September statt.
Was ein Veranstaltungswochenende kostet
Pfand auf Becher und Geschirr ist bei Festivals inzwischen die Regel. Er ist kein Kostenfaktor, wenn man zurückgibt, summiert sich aber sonst.
Kostenlose Veranstaltungen sind eine echte Alternative. Stadtfeste, Erntedankfeste und viele Adventmärkte verlangen keinen Eintritt.
- Termin und Programm auf der offiziellen Seite gegenprüfen
- Unterkunft früh buchen oder weiter außerhalb suchen
- Rückfahrplan vor der Anreise ansehen
- Regenschutz auch im Hochsommer einpacken
Essen und Trinken bei Veranstaltungen
Bei Brauchtumsfesten ist das Essen oft der eigentliche Grund für den Besuch. Vieles davon wird nur einmal im Jahr und nur dort zubereitet. Alles Weitere dazu steht auf dieser Seite.
Kürbis, Apfel und Kastanie füllen die Herbstkalender. In der Steiermark kommt das Kürbiskernöl als eigenes Thema dazu. Wer weiterstöbern möchte, wird dort fündig.
Vorgaben, die man vorher kennen sollte
Professionelle Kameras brauchen bei Konzerten oft eine eigene Akkreditierung. Handyaufnahmen sind meist geduldet.
Bei Festspielen und Bällen gibt es Kleidervorschriften, die tatsächlich kontrolliert werden. Sie stehen auf der Seite der jeweiligen Veranstaltung.
Angebote für Menschen mit Behinderung
Viele Veranstalter bieten Begleitpersonen freien Eintritt an. Diese Regelung wird selten aktiv beworben und steht meist im Kleingedruckten.
Historische Altstädte mit Kopfsteinpflaster sind für Rollstühle und Kinderwagen anspruchsvoll. Das betrifft besonders Adventmärkte in den Innenstädten.
Planung und Wetter
Abends kühlt es in höheren Lagen deutlich ab. Der Unterschied zwischen Nachmittag und Mitternacht liegt nicht selten bei fünfzehn Grad.
Das Wetter im Alpenraum wechselt schnell. Bei Open-Air-Veranstaltungen in Bergnähe gehört Regenschutz auch im Hochsommer in die Tasche.
Festspiele und klassisches Kulturprogramm
Neben den beiden großen Häusern gibt es kleinere Formate wie Festspiele in Reichenau oder Sommerspiele in kleineren Orten. Sie sind zugänglicher und oft überraschend gut besetzt.
Die Salzburger Festspiele laufen traditionell von Ende Juli bis Ende August und verbinden Oper, Schauspiel und Konzert. Sie prägen das Stadtbild in dieser Zeit spürbar.
Tickets ohne Ärger kaufen
Ermäßigungen gibt es häufiger als gedacht, für Studierende, Senioren und Familien. Sie werden selten aktiv beworben und stehen meist im Kleingedruckten der Ticketseite.
Beim Weiterverkauf ist Vorsicht angebracht. Personalisierte Tickets lassen sich bei manchen Veranstaltungen nur über die offizielle Plattform übertragen, sonst sind sie am Einlass ungültig.
Der kurze Schluss
Unterm Strich gilt: Weniger Programmpunkte, dafür mehr Zeit für den einzelnen. Das gilt für Festivals genauso wie für Adventmärkte.
Die Anreise verdient dabei mehr Aufmerksamkeit als das Programm. Sie entscheidet in der Praxis oft darüber, ob ein Tag angenehm verläuft.
Garderobegebühren fallen bei Bällen und Konzerten zusätzlich an und werden bei der Budgetplanung fast immer vergessen.
Öffentlich oder mit dem Auto?
Die letzten Verbindungen am Abend fahren früher, als viele erwarten. Ein Blick auf den Rückfahrplan vor der Anreise erspart einiges.
Campingplätze bei Festivals sind meist im Ticket inbegriffen oder kosten wenig extra. Die Bedingungen dort unterscheiden sich allerdings erheblich.
Märkte als eigene Kategorie
Der Brunnenmarkt in Wien-Ottakring zählt zu den größten Straßenmärkten Europas und läuft von Montag bis Samstag. Der Charakter unterscheidet sich stark vom touristisch geprägten Naschmarkt.
In den Landeshauptstädten gibt es zusätzlich Markthallen mit fixen Öffnungszeiten, die auch bei schlechtem Wetter funktionieren.
Was Leser am häufigsten wissen wollen
Was ist ein Kirtag?
Ein Ortsfest mit langer Tradition, meist am Namenstag des Kirchenpatrons. Kirtage finden über das ganze Jahr verteilt statt und kosten in der Regel keinen Eintritt.
Wann ist Ballsaison?
Von Jänner bis zum Faschingsdienstag. Neben den großen Bällen gibt es zahlreiche Vereins- und Zunftbälle, die deutlich günstiger sind.
Wie findet man kleinere Veranstaltungen?
Über Gemeindezeitungen, Aushänge vor Ort und regionale Ankündigungen. Vieles davon wird nie online beworben.
Alle Angaben beziehen sich auf den üblichen Jahresverlauf. Konkrete Daten und Öffnungszeiten bitte beim Veranstalter prüfen.